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Gemeinde bauen: wie? GEBÄRDEN! PDF Drucken E-Mail

Ermutigung durch Impuls-Tagung 2.0

 

Mitten im grünen Herzen Deutschlands unterhalb der Burg Greifenstein liegt das frisch renovierte Allianzhaus Bad Blankenburg. Es hat schon vie­le Gemeindegruppen und Tagungen beherbergt. Aber so etwas wie am 3. und 4. März 2011 ist selbst für das traditionsreiche Konferenzzentrum ungewöhnlich: Über 60 Personen jeden Alters –
vom Säugling bis zum Rentner – von Rostock bis zum Bo­densee –
sind zur Impulstagung 2.0 der Deutschen Arbeits­gemeinschaft
für evangelische Gehörlosenseelsor­ge (DAFEG) gekommen. Junge Erwachse­ne und Familien wie auch Seelsorgebe­auftragte und ältere Gehörlose tausch­ten sich leb­haft in Gebärdenspra­che darüber aus, wie der christliche Glaube verbin­den und tra­gen kann – speziell dann, wenn kommu­nikativer Isolation und so­zialer Vereinzelung alltäglich sind.

 

Prof. Dr. Peter Zimmerling, praktischer Theologe an der Univer­sität Leipzig, brachte wissenschaftliche Impulse ein. Sie durchzogen die Tagung wie ein roter Faden. So hielt er Vorträge über den Glauben im Alltag und für Jedermann bzw. über verschiedene Formen der Spiritualität: vom Tischgebet über das Pilgern bis zur Beichte. Dazu gab es 8 Workshops, die teils von Gehörlo­sen selbst geleitet wurden: „Gottes Wort in unseren Händen“ (Bibellektüre), „Meine Hände loben Gott“ (Lieder und Gebete) oder „Schauen im Schweigen“ (Meditation). Doch auch „Andachten selbst gemacht“ oder „Grundlagen der Seelsorge“ sowie die Themen Besuchsdienst und Gemeinde­kreise waren sehr gut vorbereitet und nachgefragt

 Tagung in Bad Blankenburg

Aber was wäre Gemeindeaufbau ohne Gemeinschaft?!? Mit der gemeinsamen Kom­munikation fängt es ja schon an. Dank hochkompetenter Dolmet­scher war sie gewährleistet – auch für den Pro­fessor. Außerdem wurden die Teilnehmenden die ganze Zeit charmant und warmherzig von Mitar­beiterinnen des Ta­gungsbüros begleitetet. Für die Kinder war eine sehr nette Betreuerin da. Auch das Allianz­haus mit seinem Team strahlte viel Freundlichkeit und gastli­che At­mosphäre aus. Richtig gemeinschaftlich wurde es schließlich bei den geselligen Teilen. Schon die Eröffnung war humor­voll auf das Thema abge­stimmt und machte alle neugierig. So wurde aus einzelnen Teilnehmern ei­ne Interes­sengemeinschaft. Beim Kulturabend wuchs sie zur Fan-Gemeinde des Ge­bärdenchores aus Rostock, der Solistin Rommy Rümmler und des Berliner Evangelischen Gebär­denchores. Alle waren begeistert! Beim Werkstatt-Gottesdienst schließlich kam die Ta­gung an ihr Ziel. Nur Pre­digt und Segen lagen in den Händen des Thüringer Landespfarrers für Gehörlo­senseelsorge. Alles weitere wie Lieder, Lesung, Anspiel und Ge­bete kam von den Teilnehmern selbst. Gehörlose Chris­ten verbinden sich und gestalten Gemeinde – Jung und Alt ge­meinsam.

Tagung in Bad Blankenburg
Mit diesen Erfahrungen und vielen Ideen fuhren die Teilnehmenden nach einer segensreichen Zeit wieder heim. Sie haben mitein­ander meditiert, diskutiert, Poesie probiert, Bibeltexte übersetzt und auf andere Weise
ihren christ­lichen Glauben miteinander geteilt – und
zwar alles mit Gebärden­sprache! Wir ha­ben erlebt,
dass wir nicht so allein sind, wie es manchmal scheint.
Zu Gott gibt es immer einen „Draht“. Und wie bei der Impuls-Tagung können auch in normalen Gehörlo­sen-gottesdiensten die Teil­nehmer verschiedene Formen der Gemeinde­beteiligung ein­bringen – und zwar in ihrer eigenen Sprache. So geschieht auch vor Ort Gemeindeaufbau. Wie? Mit Gebär­den!

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